Die erste Nacht im neuen Zuhause

Zuhause angekommen wird erst einmal das neue Refugium inspiziert. Das ist schneller erledigt als gedacht, denn Cognac interessiert sich mehr für Joshi als für alles andere. Das beruht leider nicht auf Gegenseitigkeit: Kaum geht er schwanzwedelnd auf Joshi zu, macht der sich davon. Kommt er ihm zu nah, wird er weggeknurrt. Doch Cognac bleibt hartnäckig und bezirzt Joshi nach allen Regeln der Kunst, hält den Kopf zur Seite, duckt sich bei Annäherung und legt sich flach auf den Boden, wenn sich bei Joshi auch nur ansatzweise die Lefzen heben.

Wir gehen ins Haus, um Joshi bei einem Spielchen zu entspannen. Cognac sieht dem bunten Treiben zu, doch kaum dass Joshi sich im Spiel hinlegt, sieht Cognac seine Chance und versucht bei Joshi aufzureiten. Schon vorhin beim Spiel mit Lucky hatte er es bei seinem großen neuen Bruder abgeguckt und von diesem unbehelligt bei ihm gemacht, doch diesmal kassiert er dafür einen ordentlichen Abschnapper. Ich denke super, das hätten wir also geklärt, denn Cognac sucht quiekend das Weite. Aber da hatte ich den Kleinen gehörig unterschätzt...

Ein Hälschen zum Nachtisch.
Ein Hälschen zum Nachtisch.

Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die anderen Bedürfnisse und kredenzen dem Neuankömmling sein Willkommensmahl, einen Napf voll leckerstem Fertigfutter. Der ist im Nu leerschnabuliert. Nachschlag? Bitte sehr! Und wieder ratzeputzeweg. Bei 160g ist Feierabend. Das muss für´s erste reichen. Nicht? OK, hast gewonnen. Zum Nachtisch gibt´s noch einen getrockneten Hähnchenhals. Wer ein kleiner Held sein will, muss schließlich ordentlich futtern!

Danach inspizieren wir gemeinsam das neue Heim. Ist das Spielzeug alles für mich? Nein, aber die Box da, die gehört dir allein. Kleines Nickerchen gefällig? Der Kleine schlüpft rein als wär´s schon immer sein Zuhause und schläft sofort ein. Wir stehen mit offenem Mund daneben und staunen.

Hier fühle ich mich kromiwohl, hier bleibe ich!
Hier fühle ich mich kromiwohl, hier bleibe ich!

Das Zubettgehen am späteren Abend gestaltet sich dann nicht ganz so traumhaft. Cognac will nämlich - genau wie vorhin schon im Auto - nicht in seinem neuen Körbchen schlafen. Dabei ist es doch sooo schön kuschelig. Und es steht direkt neben meinem Bett. Und ich lasse meine Hand reinbaumeln. Und ... es ist nicht Joshis Kudde! Aber in die will er rein, zu Joshi! Ich denke, einen Versuch ist es wert und lasse ihn. Auch Joshi lässt ihn. Ich traue dem Frieden nicht, lege mich zwar hin, aber lasse das Licht an. Und zack! Versucht dieser kleine Draufgänger doch tatsächlich wieder bei Joshi aufzureiten. Na, das nenn´ ich mutig! Aber diesmal kommt die Rüge postwendend von mir und Cognac hüpft verdutzt zurück in sein Körbchen. Für weitere Spielchen fehlt mir nach diesem aufregenden Tag die Lust - und Joshi sicherlich auch! Also fahren wir Plan B und Joshi verbringt die Nacht bei Otto in seiner Zweitkudde. Ruhe. Ruhe? Ja Ruhe! Mal abgesehen von den zwei Pullergängen, die wir seitdem nächtens veranstalten, haben wir Ruhe sobald das Licht ausgeht. Es ist sogar so ruhig, dass ich in den ersten Nächten aufschrecke und nachsehen muss, ob der Kleine noch atmet...