Brüderlich geteilt?

Obwohl wir erst um 4 Uhr pullern waren, beschließt Cognac eine Stunde später, dass die Nacht vorbei ist! Er will spielen und tackert meine Hände. Autsch! Diese spitzen Nadeln sind auch für mich der ultimative Weckreiz. Also raus aus den Federn.

Joshi hat uns gehört und obwohl er ein Langschläfer ist, hält ihn jetzt natürlich auch nichts mehr in seiner Kudde. Als Cognac seinen großen Bruder erspäht, wird dieser stürmisch begrüßt. Der widerum möchte aber mich stürmisch begrüßen, schließlich haben wir uns Ewigkeiten nicht gesehen. Also gibt´s schon den ersten fetten Anranzer Richtung Eindringling. Und das wird bei Weitem nicht der letzte bleiben. Wo wir auch gehen und stehen, versucht Cognac sich Joshi anzunähern, aber der läßt ihn kategorisch abblitzen. Besonders wenn es um eine ganz bestimmte Ressource geht...

 

Essen? Falsch! Jeder bekommt seinen Napf und lässt den anderen in Ruhe fressen. Sind beide fertig, kontrollieren sie den Napf des anderen, ob der vielleicht doch was übrig gelassen hat. Selbst beim Knabbern von Leckerlies liegen beide Hundchen - in gebührendem Abstand zwar - aber nebeneinander.

Hunde lieben Hähnchenhälse.
Hunde lieben Hähnchenhälse.

Die besten Liegeplätze? Falsch! Joshi lässt den Kleinen überall auf seinen Plätzen liegen, sofern er den Sicherheitsabstand einhält. Selbst seinen Prinzenthron (s. unten) hat er schon am ersten Tag frei gegeben. Worauf erwartungsgemäß Warnungen aus der "Hundekennerriege" nicht lange auf sich warten ließen, von wegen "Ihr müsst die Rangverhältnisse wahren, Joshi muss der Erste bleiben, sonst habt ihr bald Riesenärger......".

Noch liege ich unten...
Noch liege ich unten...
... aber Joshi´s Thron ist auch meiner.
... aber Joshi´s Thron ist auch meiner.

Freunde? Auch falsch. Der Eindruck am Tag der Heimreise, dass Joshi seine Freunde mit Cognac teilt, bestätigt sich auch heute: Alle dürfen mit dem Lütten spielen. Egal ob Hunde- oder Menschenfreunde:

Angst vor großen Hunden? Ich doch nicht!
Angst vor großen Hunden? Ich doch nicht!
Linas neuer Friseur.
Linas neuer Friseur.

Nein, die wohl wichtigste Ressource um die es geht, ist ... Spielzeug! Joshi hatte bislang sein komplettes Spielzeug zur freien Verfügung. Wir mussten es nie wegsperren, er hat nie etwas zerbissen. Wir machen mehrmals täglich Fang- und Zergelspiele damit. Natürlich platzt da mal eine Naht oder das Gummizeug reißt mit der Zeit. Normale Abnutzung eben. Aber ansonsten alles prima. Er hat gelernt, dass wir das Spiel beginnen und auch beenden. Manchmal, wenn ich irgendwas arbeite, sitzt er auf seinem Spielplatz und wartet geduldig darauf, dass ich endlich mal eine Pause einlege. Joshi, mein Entspannungstherapeut! Das Spielzeug wird aber auch für die Kopfarbeit genutzt. Es macht ihm Spaß, die Kuscheltiere in der Wohnung zu suchen. Wir haben allen einen Namen gegeben und Joshi hat sie gelernt und lernt sie noch, denn die Namen der Dinge, die nicht häufig benutzt werden, vergisst er auch wieder.

Die Spielzeuge sind also seine absoluten Heiligtümer und Cognac darf nicht ran. Was den natürlich nicht davon abhält, sich eines zu mopsen und damit abzuhauen:

Bloß nicht erwischen lassen!
Bloß nicht erwischen lassen!

Fortsetzung

Wir also los und neues Spielzeug für Cognac gekauft. Was lütte Zweibeiner lernen können, kann man ja vielleicht auch den vierbeinigen Früchtchen beibringen: "Das ist deins und das ist seins..."

Damit Joshi nicht leer ausgeht, bekommt auch er ein neues Teil. Doch wie zu erwarten war, sieht er Cognac´s neuen "Bibo" auch als seinen an. Wenn Bibo nur vor ihm liegt, kann ich ihn davon abhalten, dran zu gehen, bewege ich das Vieh hin- und her, wird´s schon schwieriger. Aber mit ein bisschen Übung klappt es. Haben wir ja schließlich auch geübt (siehe Impulskontrolle). Aber kaum kommt Cognac dazu und ich spiele Bibo mit ihm, kann Joshi sich nicht mehr zurückhalten. Was mich nicht wirklich überrascht...

In den folgenden Tagen teilen wir uns also beim Spielen die Hündchen auf oder es wird nur gespielt, wenn das andere Hündchen gerade mit dem Partner auf Gassigang ist. Das ist zwar ziemlich suboptimal, aber einen Hund anbinden oder wegsperren, um mit dem anderen spielen zu können, ist auch keine Lösung. Und fürs Erste ist es sowieso wichtiger, dass die beiden neuen Geschwister miteinander klar kommen und kein Neid entsteht. Und das sieht am zweiten Tag schon sehr gut aus:

Was kümmert uns das Spielzeug, miteinander spielen ist doch viel schöner!
Was kümmert uns das Spielzeug, miteinander spielen ist doch viel schöner!